Montag, 2. Mai 2005

Havanna: Elena Alfonso u.letzter tag

Havanna: Elena Alfonso
In Havanna wohnen wir bei Elena und Alfonso. Ordnungsgemäß werden wir als Gäste in ihrem Registrierbuch notiert. Elena bewahrt das Buch in einer eigenen Tasche auf um es zu schützen und erzählt uns wie wichtig es ist, dass alles ordnungsgemäß in diesem Buch festgehalten wird. Die staatliche Lizenz eines ihrer Zimmer zu vermieten kostet Elena und ihren Mann monatlich 250 Dollar. Das Zimmer vermietet Sie für 20 Dollar die Nacht und muss damit über die Runden kommen. Zwar ist ihr Zimmer in der Hochsaison gut ausgelastet, doch in den Monaten September und Oktober ist kaum etwas los – die monatliche Lizenz muss sie aber trotzdem abführen und somit bleibt unter dem Strich wenig übrig. Am Ende des Jahres rechnet der Staat dann noch einmal ab – von der Summe der gesamten Nächtigungen muss Sie wiederum einen Teil abgeben. Manchmal stattet ihr die Staatspolizei unangemeldet einen Besuch ab um sie zu kontrollieren. Sie erzählt uns, dass es oft vorkommt, dass die Leute die Zimmer schwarz vermieten und die Gäste nicht registrieren. Wenn das bei einem Besuch der Staatspolizei auffliegt zahlt man beim ersten mal 1500 Dollar Strafe. Bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von oft nur 10 bis 15 Dollar knabbern viele Ihr Leben lang an diesen Schulden. Beim zweiten Versuch Einnahmen zu unterschlagen kommt man zusätzlich 3 Monate in den Knast und beim dritten Mal verschwindet man noch länger von der Bildfläche. „El regime es malo“ – Das Regime ist schlecht“ Sagt sie mit leiser, stimme und blickt kurz zum Fenster das sie als wir das Gespräch begonnen haben geschlossen hat.


Havanna: Emanuel – letzter Tag
Am späten Nachmittag treffen wir noch Emanuel am Malecon um zum Abschied noch einen Cuba Libre mit ihm zu trinken. Aus dem geplanten kurzen Umtrunk wird ein langes Gespräch. Wir sprechen über Gott und die Welt und natürlich über Fidel Castro. Er hat ein großes Leben hinter sich sagt Manuel mit stolzer Stimme. Seine Ideen haben uns alle begeistert, doch sie konnten nie richtig umgesetzt werden. Vor 50 Jahren gab es die Revolution – doch frei sind wir noch immer nicht. Letztendlich sind wir gefangen - irgendwo zwischen Revolution und Freiheit. In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden. Wir sitzen immer noch auf den Mauern des Malecon – im Hintergrund das Rauschen des Meeres. Um halb neuen brechen wir auf, noch einmal eine innige Umarmung mit Manuel, dann steigen wir in ein Taxi das uns zum Flughafen bringt. Drei Stunden später heben wir ab. Im Reisegepäck: 6000 Dias, 16 Stunden Film, und unvergessliche Erinnerungen und emotionale Erlebnisse, die mit keinem Medium der Welt zähl- oder messbar gewesen wären.

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